Heisenberg
Picture
Picture
Picture
Picture
 Seine
 Kindheit
 Startseite
 Kindheit
 Pfadfinder
 Studium
 Bohr
 In Göttingen
 Doktorprüfung
 Habilitation
 In Kopenhagen
 Dreimännerarbeit
 Kopenh. Deutung

Werner Heisenberg wurde am 5. Dezember 1901 in Würzburg geboren. Er war ein von Allergien und Krankheiten geplagter Junge. Mit fünf Jahren wäre er fast an einer Lungenentzündung gestorben.


Doch der Ehrgeiz seines Vaters, August Heisenberg, muß sich auf die beiden Söhne übertragen haben. So buhlte Werner mit seinem Bruder ständig um die Aufmerksamkeit des Vaters. Beide lernten das Spielen eines Instrumentes und musizierten zusammen mit dem Vater. Werner lernte erst Cello und später Klavier spielen.

Im Alter von erst fünf oder sechs Jahren beginnt seine Schulzeit in Würzburg. Nachdem die Familie nach München umgezogen ist, geht er noch ein Jahr auf die Elisabethenschule.Heisenberg war kein geselliger Junge. Er opferte keine Zeit für belanglose

Werner und Erwin

Werner und Erwin

 Spiele nach der Schule. Statt dessen erledigte er seine regulären Hausaufgaben und nahm zusätzlich noch außerschulischen Unterricht teil.

Werner tritt am 18. September 1911 in die Klasse 1a des Münchner Maximilians- Gymnasiums ein. Schon dort muß er seine Lehrer tief beeindruckt haben. Immer wieder ist von seiner Begabung und von seinem Ehrgeiz die Rede: "Er hat seine trefflichen Leistungen mit spielender Leichtigkeit erzielt; sie haben  ihn keine Kraftanstrengung gekostet... Der Schüler ist auch ordentlich selbstbewußt und möchte immer glänzen."1

Werner und Erwin mit den Osnabrücker Verwandten

Starker Ehrgeiz war auch später für Heisenberg charakteristisch. Als er schon in Leipzig Professor war und die begabtesten jungen Physiker aus aller Welt zu ihm kamen, war er ihnen allen an Tiefe und Schnelligkeit des Denkens überlegen. Auch im Schachspiel und Skifahren war er der Beste. Nur im Tischtennis nicht. Als er 1929 in die USA fuhr trainierte er während der langen Überfahrten hart. So gab es auch hier für seine Mitarbeiter, keine Aussicht mehr Heisenberg zu besiegen.

Werner und Erwin
mit den Osnabrücker Verwandten

Mit der Physik hat sich Heisenberg schon in den ersten Schuljahren beschäftigt, als das Fach noch gar nicht unterrichtet wurde. In der Quarta werden die "beachtenswerten physikalischen Kenntnisse" hervorgehoben: "Er zeigt in der Wiedergabe dieser Kenntnisse eine Erstaunliche Sicherheit."2


Für Heisenberg war es eine Offenbarung , “daß die Mathematik auf die Dinge unserer Erfahrung paßt.” “Ich probierte, zunächst angeregt durch die Stunden bei Herrn Wolff, die Verwendung der Mathematik selbst aus, und ich empfand dieses Spielen zwischen Mathematik und unmittelbarer Anschauung als mindestens ebenso amüsant wie die meisten anderen Spiele. Später genügte mir das Feld der Geometrie nicht mehr als Bereich für das mathematische Spiel, an dem ich soviel Freude hatte. Ich erfuhr durch irgendwelche Bücher, daß man in der

Drei Generationen Heisenberg

Drei Generationen Heisenberg: Am Steuer der Vater,daneben Werner und Erwin. Im Fond die Großeltern.

Physik auch dem Verhalten meiner zusammengebastelten Apparate mit Mathematik nachgehen könnte, und ich fing nun an, aus Göschen-Bändchen und ähnlichen etwas primitiven Lehrbüchern die Mathematik zu lernen, die man zur Beschreibung der physikalischen Gesetze braucht...” In seiner Freizeit lernte er die Differential- und Integralrechnung.3

Im Frühjahr 1918 wurden die Sechzehnjährigen zum Kriegshilfsdienst eingezogen. Heisenberg kam mit anderen nach Miesbach, auf den Großthalerhof.

“Ich entdeckte sehr bald, daß, wenn man den ganzen Tag auf einem Hof arbeitet, man am Abend nichts anderes tun kann als schlafen... Alles in allem glaube ich, daß diese

Vor dem Großthalerhof in Miesbach

Zeit für meine Erziehung sehr wichtig war, denn auf einem Bauernhof, da lernt man, was wirkliche Arbeit ist. Es ist nicht wie in der Schule, wo man meint, es kommt nicht so darauf an. Auf dem Hof mußten wir am Morgen um halb vier aufstehen, und...oft arbeiteten wir bis 10 Uhr abends. Es war wirklich eine schwere Arbeit und eine sehr gute Übung für einen jungen Menschen."4

Im November 1918 ging der Krieg zu Ende. In München wurde zunächst Kurt Eisner Ministerpräsident. Nach dessen Ermordung

Vor dem Großthalerhof in Miesbach
 Werner: dritter von links

am 21. Februar 1919 kam es innerhalb weniger Wochen mehrmals zu einem Machtwechsel und bürgerkriegsähnlichen Unruhen. Die Schüler des Maximilians-Gymnasiums wirkten als sachkundige Ordonnanzen bei einem Freikorps, das mit anderen Truppen einen Einschließungsring um München bildete. "Es war damals, im Juni 1919, ein warmer Sommer, und besonders am frühen Morgen  gab es so gut wie keinen Dienst. So kam es, daß ich mich häufig kurz nach Sonnenaufgang auf das Dach des Priesterseminars zurückzog und mit irgendeinem Buch in die Dachrinne  legte, um mich von der Sonne wärmen zu lassen... Bei einer solchen Gelegenheit kam ich auch einmal auf den Gedanken, mir einen Band Plato mit auf die Dachrinne zu nehmen. und ich geriet bei dem Wunsch, etwas anderes zu lesen als das, was im Schulunterricht drankam, mit meinen relativ bescheidenen griechischen Kenntnissen an den Dialog "Timaios", in dem ich zum erstenmal wirklich etwas aus erster Quelle von der griechischen Atomphilosophie erfuhr."5

Im Laufe seines Lebens hat Heisenberg wohl nichts stärker geprägt als die Platonische Philosophie.

Am 15. September begann im humanistischen Gymnasium wieder der geregelte Schulbetrieb. Fünf Jahre lang war das Gymnasium Kaserne und Lazarett gewesen.

Werner Heisenberg bestand im Sommer 1920 am Maximilians-Gymnasium das Abitur. Im Abiturzeugnis wurden seine Kenntnisse in allen Fächern (Religion, Latein, Griechisch, Französisch, Mathematik, Physik, Geschichte, Turnen) mit "sehr gut" bewertet; die einzige Ausnahme war Deutsch mit "gut". Der Aufsatz war "eine reichhaltige, flüssig geschriebene, in der Beweisführung freilich nicht immer  ganz gelungene Leistung". Was ihm hier womöglich noch mangelte, hat er im Laufe seines Lebens nachgeholt. Seine gesammelten Aufsätze und Reden beweisen dies.

Quellen:
1 Zeugnisnoten-Protokoll,  Klassen 2a und 3a
2 Zeugnisnoten-Protokoll, Klasse 3a
3 Interview Nr.1 S.4
4 Interview Nr. 1, S. 3 mit den Sources for History of Quantum Physics
5 "Schritte über Grenzen. Gesammelte Reden und Aufsätze" 2. Aufl. München 1972 S.
   101f

Picture

1997 Daniel Maringer