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PFADFINDER Werner Heisenberg sehnte sich wie viele Jugendliche seiner Zeit nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und verschiedenartigen, oft schwierigen und verwirrenden Erfahrungen der ersten Nachkriegsjahre nach Ordnung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Heisenberg und seine Freunde sehnten sich nach Geborgenheit und einem neuen Lebensstil, und sie fanden es in der Gemeinschaft der Jugendbewegung. Heisenberg sollte wichtige Erfahrungen aus seiner Zeit bei der Jugendbewegung mitnehmen. Hier konnte er seine jugendlichen Kräfte und seine Abenteuerlust ausleben. Er lernte, daß seine Hauptinteressen Physik und Musik über das tägliche Leben erhaben waren. Viele Jugendliche dieser Zeit kehrten sich von den bestehenden von Jugendorganisationen ab, die ihrer Meinung nach von den Idealen der Erwachsenen geprägt waren. Diese Ideale waren ihrer Meinung nach nicht fähig gewesen die Monarchie zu retten. So ergab es sich, daß eine Gruppe von Schülern des Max-gymnasiums den älteren, geachteten und beliebten Gruppenführer des Jungbayernbundes zu ihrem Führer wählte. Heisenberg, der damals 17 Jahre alt war, erklärte sich sofort einverstanden. Ab dem Sommer 1919 führt er 10 Jugendliche in die Nachkriegswelt. Werner konnte als Führer der “Gruppe Heisenberg” seine wachsenden Führungsqualitäten beweisen. Unter den Kameraden gewann er enge und zuverlässige Freunde, zu denen er wertvolle, lebenslange Beziehungen entwickelte. Zu Beginn seines Studiums hat Heisenberg kurzzeitig an der Volksschulbewegung teilgenommen. Der sozialdemokratisch denkende Heisenberg erteilte zusammen mit einer jungen Frau Arbeitern Unterricht über die deutsche Oper. Des weiteren bot er auch Astronomiekurse für Arbeiter an. Im August 1919 nimmt Heisenberg an einem Treffen der Neupfadfinder auf Schloß Prunn Teil. Danach schließt sich die “Gruppe Heisenberg” den Neupfadfindern an. Die Neupfadfinder glaubten, daß ihre Organisation der Geburtsort des neuen Reiches sei, und sie selbst die Begründer einer neuen Geistesaristokratie. Sie warfen die Fesseln der verrotteten Gesellschaft ab und ersetzten sie durch ihre eigenen ebenso rigiden Bande. Ihr Schwur lautete: “Wir Pfadfinder wollen jung und fröhlich sein und mit Reinheit und innerer Wahrhaftigkeit unser Leben führen. Wir wollen unseren Führern, denen wir Vertrauen schenken, Gefolgschaft leisten.” Als Neupfadfinder konnte Heisenberg damit rechnen, daß er absolute Autorität in seiner Gruppe besaß, von der er gewählt worden war. Er war kein Erzieher sondern führte durch sein Charisma und seinen totalen Einsatz für die Gruppe. Er stand jetzt an der Spitze der Machtstrukturen. Dort gab es für seine Talente und seinen Ehrgeiz neue Entfaltungsmöglichkeiten. Aber er ging auch lebenslange Verpflichtungen ein. In ihm fanden seine jungen Gefolgsleute eine bewunderte Vaterfigur und den aufrichtigen Älteren, der sie herausforderte, Regeln aufstellte und dem sie vertrauen konnten. Die “Gruppe Heisenberg” nahm an Zeltlagern teil, unternahm abenteuerliche Wanderfahrten, ging gemeinsam Ski fahren und musizierte zusammen. Heisenberg liebte es die Gefahr herauszufordern. Einmal gelang es ihm nur mit äußerster Anstrengung, einen Jungen aus einer Gletscherspalte zu ziehen, in die dieser gefallen war. Nach dem erfolgreich bestandenen Abitur unternahm er mit seiner Gruppe eine zweiwöchige Wanderfahrt durch das Altmühltal. Eines Tages übernachteten sie auf einer Burg. Was sie nicht wußten war, daß ihre Lagerstatt noch vor kurzem dem Militär als Thyphusstation gedient hatte. Heisenberg kurierte in Osnabrück, die gefährliche Krankheit aus. Als das Wintersemester an der Universität begann, hatte er sich wieder vollständig erholt. |
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1997 Daniel Maringer |
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